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Unterwegs mit dem Quartierssheriff

“Die Welt in Mönchengladbach ist in Ordnung.“ – Was für ein positives Statement!
Und es kommt von einem, der auch die Schattenseiten kennt, dem Polizisten Josef Vitz – auch  bekannt als „Quartierssherriff“.

Generell hat Her Vitz eine unglaublich positive und offene Ausstrahlung, die jegliche Vorurteile gegen Polizeibeamten vergessen lässt. Liebevoll wird Josef Vitz deswegen in seinem zugeteilten Bereich der „Quartierssheriff“ genannt. Dieses „Quartier“ erstreckt sich von dem Alten Markt über die Waldhausener Straße bis nach Waldhausen hinein, einschließlich der Monschauer Straße. Hier ist er für Recht und Ordnung zuständig. Dabei kommt er mit Anwohnern, Kneipenbesuchern und auch Obdachlosen sowie Junkies in Kontakt. Herr Vitz kennt seinen Bezirk gut, das merkt man im Gespräch mit ihm schnell. Seit 17 Jahren arbeitet er hier. Seine gesamte Berufslaufbahn hat er in Mönchengladbach verbracht, hier, genauer in Rheydt, ist er auch aufgewachsen.

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Offiziell ist Herr Vitz „Bezirksbeamter“. Dessen Funktion ist schnell erklärt. Jeder Stadtbezirk hat einen Bezirksbeamten, der für diesen zuständig ist. Dieser ist im Prinzip der „Schutzmann vor Ort“, der für Sicherheit sorgt und für die Anwohner den ersten Ansprechpartner darstellt. Was sich jedoch so einfach liest, ist eine komplexe Aufgabe. Denn es ist Präsenz als auch Professionalität gefragt. Besonders wichtig sind jedoch das menschliche Auftreten und rhetorische Fähigkeiten, wie Herr Vitz darlegt. Auf Menschen zuzugehen und Probleme frühzeitig zu erkennen, ist grundlegend wichtig. Denn wird ein Problem früh erkannt, wächst es sich auch nicht so aus. Deswegen muss ein Bezirksbeamter offensiv auf die Leute zugehen. Und die sind bunt gemischt, ebenso die Fälle. Diese umfassen Randale, Diebstahl, Todesfälle aber auch die Unterstützung der Schüler auf ihrem Schulweg. So zeigt Herr Vitz beispielsweise an der Hauptschule Präsenz und kommt auch schon mal gerne mit den Schülern ins Gespräch. Für die Fünftklässler organisiert er  jeweils zum Schulstart einen Rundgang durch das Viertel, auch um sie auf Verkehrsgefahren vor Ort hinzuweisen. So lernen ihn die Schüler früh kennen. Den Lebensweg einiger Schüler verfolgt Herr Vitz über Jahre und freut sich, wenn ihm zum Beispiel von einer abgeschlossenen Ausbildung berichtet wird oder er die ehemaligen Schüler nun mit ihren Kindern wiedertrifft.

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Sein Interesse an „seinem“ Bezirk und den Menschen merkt man auch, wenn man mit ihm die Waldhausener Straße entlang läuft. Jeder Zweite scheint ihn zu kennen, winkt herüber, wechselt eben ein paar Worte mit ihm. Wir schlendern durch die Altstadt, die Herr Vitz auch anders kennt, als weit über die Stadtgrenzen hinaus berühmte Feiermeile. Das ist heute anders, viele ehemalige Lokale, als auch Wohnhäuser stehen leer. Das Engagement einiger Bürger, etwa über das Altstadtlabor, freut ihn. Es passiert wieder etwas im Quartier und die Stadt wird hoffentlich weiter mitziehen.

Und so ein vielseitiges Viertel wie die Altstadt braucht einen ebenso weltoffenen Sherriff. Einen Sherriff kennen die Leute, sie haben Respekt vor ihm, er stellt jedoch auch eine Vertrauensperson dar. Der Spitzname passt zu Herrn Vitz und seinem Amt. Und auch er scheint damit ganz gut leben zu können.
Jedoch ist seine Amtszeit bald beendet und Herr Vitz geht im August dieses Jahres in den Ruhestand. Ein Nachfolger steht bis Dato noch nicht fest. Man kann sich richtig gut vorstellen, wie der Sherriff die Waldhausener Straße hinunter in Richtung Sonnenuntergang schreitet. Er hinterlässt einen großen Schatten, leise meint man Musik von Ennio Morricone zu vernehmen.

Text: Eva Uebe
Fotos: Hannah von Dahlen

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Eva Uebe-Peters
Eva Uebe-Peters

Eva Uebe-Peters lädt im Blog dazu ein, neue Sichtweisen auf die besonderen Menschen und Orte Mönchengladbachs einzunehmen.

"Ich bin neugierig auf die Besonderheiten dieser Stadt, die manchmal erst auf den zweiten Blick zu entdecken sind."

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